4. Juni 2011

Chroniken der Elfen 02. Elfenzorn - Wolfgang Hohlbein

Wolfgang Hohlbein
Chroniken der Elfen 02
Elfenzorn 

Informationen zum Buch: 
Gebundene Ausgabe: 765 Seiten
ISBN-13: 978-3800095148
Preis: 19,95€

Chroniken der Elfen:
2. Elfenzorn
3. Elfentod (erscheint Oktober 011)

Kurzbeschreibung:
Pia ist zurück in Rio auf dieser Seite der Albträume, wie sich rasch zeigt. Denn nach ihren Abenteuern in der fantastischen Welt WeißWalds beginnen sich auch hier die Ereignisse zu überschlagen: Mafia-Boss Peralta nimmt Pia gefangen und will sie nun büßen lassen. Doch plötzlich tauchen mitten in Rio Wesen wie aus einer anderen Welt auf und in Pia regt sich eine uralte Kraft In höchster Not gelingt ihr die Flucht auf die andere Seite. Dort hat ihr Todfeind Hernandez sowohl die Barbarenstämme als auch die Orks hinter sich versammelt und ist drauf und dran, die Welt der Elfen und Zwerge dem Erdboden gleichzumachen. 

Eigene Meinung:
Pia ist zurück in Rio de Janeiro und es stellt sich schnell heraus das hier, im Gegenteil zu WeißWald, weit weniger Zeit vergangen ist. Genau genommen war es nur 3 Stunden her das die Barbarenkrieger Estebans Haus überfallen und ihn getötet haben. Im ersten Moment ist Pia erleichtert und auch gleichzeitig verwirrt, sie nutzt die Chance aber um aus dem Kleid, das eher einem Sack ähnelt, zu schlüpfen und ein Bad zu nehmen. Allerdings gönnt ihr das Schicksal scheinbar nichtmal die kleinste Pause, denn schon wieder wird sie gefangen genommen. Diesmal jedoch von der Peralta Mafia die schließlich noch ein Hühnchen mit ihr zu rupfen hat. Pia gelingt es irgendwann vor ihnen zu fliehen, zu Jesus zu gelangen und mit ihm schließlich wieder nach WeißWald zu kommen - mit etlichen Komplikationen. 

Ich muss ganz ehrlich sagen das ich bei diesem Buch geteilter Gefühle bin. Zuerst einmal das positive. Im Gegenteil zum ersten Band weißt "Elfenzorn" weit weniger langatmiger Stellen auf und es verschwinden auch keine Charaktere mehr einfach so. Auch was die Spannung angeht ist dieser Band aufjedenfall besser bestückt als sein Vorgänger. Trotz der negativen Stellen fand ich den zweiten Teil der Chronik um einiges besser. Pia hat sich nach ihren Ereignissen in WeißWald deutlich weiterentwickelt und wo sie mir im ersten Band teilweise noch viel zu sicher vor kam, so reagiert sie hier endlich so wie es wahrscheinlich jeder in dieser Situation tun würde - mit absolutem Unglauben. Obwohl sie in WeißWald schon genügend Magie begegnet ist, Flammenhuf das fliegende Pferd, Eiranns Zorn das eindeutig kein normales Schwert ist und nicht zuletzt natürlich auch ihre eigenen magischen Fähigkeiten, so weigert sie sich doch beharrlich zuzugeben das es so etwas überhaupt gibt. Sie versucht es mit logischen Erklärungen und kommt damit verständlicherweise nicht sehr weit. In "Elfenblut" war meist sie es die die Entscheidungen traf, damit ist hier aber so gut wie Schluss. Das ist aber auch kein Wunder, denn sie wird sehr lange Zeit im Dunkeln gelassen, womit ich auch zu einem der negativen Punkte komme.

Zwar gibt es in diesem Band weitaus weniger langatmige Stellen, aber dafür ziemlich viele die einem gehörig auf die Nerven gehen. Zu Erklärung: Während Pia nur 3 Tage in der "richtigen" Welt verbringt, sind in der Elfenwelt laut Alica fast 5 Jahre vergangen und es hat sich einiges verändert. Der ewige Winter ist einem scheinbar ewigen Sommer gewichen und man wird plötzlich mit den Maya konfrontiert, die ja in der richtigen Welt schon lange nicht mehr existieren. In WeißWald hat das Volk der großen Schlange jedoch scheinbar überlebt - wenn auch nur sehr wenige - und Alica und ihr Gefährte Eirann der Schattenelb, haben sich mit dem Volk verbündetet und bringen Pia in deren Stadt Chicken Pizza (Chichen Itza). Anstatt jedoch ihrer Freundin zu erklären was genau eigentlich passiert und was hier gespielt wird, weicht Alica den meisten ihrer Fragen aus und zieht es vor zu schweigen. Sie erzählt ihr nur wenige Dinge und ich war teilweise so genervt von diesem Verhalten (ebenso wie Pia) das ich Alica am liebsten geschüttelt hätte. Es ist offensichtlich das sich alles verändert hat und die Welt im Krieg liegt, aber dennoch scheint keiner sonderlich Wert darauf zu legen die vermeindliche Elfenprinzessin aufzuklären. Das geht sehr, sehr lange so weiter, so das es wirklich einiger Ausdauer meinerseits bedurfte um das Buch für die nächsten 1-2 Tage nicht in die Ecke zu schmeißen. 

Das ich es nicht getan habe hat sich aber später gelohnt. Ab dem Moment im dem Schwert Torman mit seinem Elbenheer endlich ins Bild rückt, steigt die Spannung und die Geheimnisskrämerei nimmt auf ihre Art endlich ein Ende. Man erfährt um einiges mehr, zum Beispiel das die Schattenelben unter der Stadt Drakkensang, das Schiff mit dem Eirann persönlich vor tausend Jahren gekommen ist, suchen. Allerdings wurde dieses Thema nur so kurz angeschnitten das ich schon ungläubige Blicke auf das Cover des Buches geworfen habe, denn das zeigt ganz eindeutig das legendäre Schiff. In dem Moment war aber die Gefahr die von Nandes und seinen Orks ausgeht um einiges größer. Seine Orks griffen plötzlich mit Waffen aus Silber an und dieses ist bekanntlich für Elben absolut tödlich. Viele von ihnen starben nur aufgrund eines kleinen Kratzers. Pia hatte am Anfang des Buches, nachdem sie wieder in der Elfenwelt war, eine Mine hoch in den Bergen gefunden in denen merkwürdige Dinge geschahen und schnell steht fest woher das Silber der Orkwaffen kommt. Das Volk der Maya und die Armee der Schattenelben verbünden sich und greifen die Mine an. 

Und endlich erfährt man worum es eigentlich wirklich geht! Das Ende von "Elfenzorn" hat mich absolut fassungslos zurückgelassen. Mit so einer Entwicklung hatte ich einfach nicht gerechnet, vor allem da es diesmal endet wie im ersten Teil - Pia und Jesus stehen plötzlich wieder in Rio. Beim ersten Band hatte ich nicht unbedingt das Verlangen sofort wissen zu wollen wie es weitergeht da das Ende zwar spannend, aber jetzt nicht so nervenaufreibend war das ich einfach wissen musste wie es weiterging. Hier ist das anders. Zwar hat das Ende einige Fragen beantwortet, wenn auch nur sehr wenige, aber es hat weitaus mehr offen gelassen und dafür gesorgt das ich dem dritten Band nun regelrecht entgegenfiebere.

Fazit:
Obwohl "Elfenzorn" auch einige negative Punkte aufweist die mich während des Lesens fast dazu gebracht haben es für ein paar Tage wegzulegen, hat es sich letzlich absolut gelohnt es weitergelesen zu haben. Das Buch strotzt geradezu vor Geheimnissen und die ein oder andere Frage wird beantwortet, viele bleiben jedoch noch immer unbeantwortet und darüber ärgert man sich schon ein wenig. Trotzdem hat mich das Ende fassungslos und unglaublich überrascht zurück gelassen und ich kann mit Sicherheit sagen das ich auch den dritten Band lesen werde. 

Diese Reihe hat zwar ihre Schwächen, doch es lohnt sich eindeutig sie zu lesen und ich kann nur jedem der Unentschlossen ist raten, über seinen Schatten zu springen und es einfach zu wagen.  

4/5 Sternen

 Vielen lieben Dank an den Otherworld/Ueberreuter Verlag der mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

1 Kommentare:

Nazurka hat gesagt…

Hallo! Du hast zwei Awards von mir erhalten! Viel Spaß damit: http://buchrezensionen-nazurka.blogspot.com/2011/06/es-regnet-awards.html

Liebste Grüße,
Nazurka

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