11. Januar 2012

Cassia und Ky 01. Die Auswahl - Ally Condie

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Ally Condie
Cassia und Ky 01
Die Auswahl
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Informationen zum Buch:
Ebook
Dateigröße: 776kb
Seitenzahl: 452
Verlag: Fischer E-books

Cassia und Ky:
1. Die Auswahl
2. Die Flucht
3. ?

Kurzbeschreibung:
Das System sagt, wen du lieben sollst – was sagt dein Herz?

»Ich stehe da und starre auf den Bildschirm und während die Sekunden verrinnen, kann ich nichts anderes tun, als stillzuhalten und zu lächeln. Um mich herum begannen die Leute zu tuscheln. Mein Herz klopft stärker denn je. Der Bildschirm ist und bleibt dunkel. Das kann nur Eines bedeuten ...«
Für die 17-jährige Cassia ist heute der wichtigste Tag ihres Leben: Sie erfährt, wen sie mit 21 heiraten wird. Doch das Ergebnis überrascht alle: Xander, Cassias bester Freund, ist als ihr Partner vom System ausgewählt worden. Als jedoch, offenbar wegen eines technischen Defekts, das Bild eines anderen Jungen auf dem feierlich überreichten Microchip auftaucht, wird Cassia misstrauisch. Kann das System wirklich entscheiden, wen sie lieben soll?

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Eigene Meinung
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Ich hatte nie groß Interesse an diesem Buch, ja ich habe mir noch nicht einmal die Kurzbeschreibung durchgelesen weil das Cover mich einfach nicht ansprach. Dennoch habe ich es irgendwann geschenkt bekommen und dann einfach wieder vergessen. Jetzt habe ich es gelesen und muss sagen, mir ist wirklich viel entgangen!

Die Welt die Ally Condie in diesem Buch beschreibt ist trost und farblos. Alles, von dem Essen das gegessen wird, bis hin zu den Freizeitaktivitäten, wird von der Gesellschaft bestimmt. Obwohl die Menschen denken das sie ein besseres Leben als früher leben, sind sie doch in Wahrheit Gefangene die keine eigenen Entscheidungen treffen dürfen. Selbst der Ehemann, der Partner fürs Leben, wird von anderen bestimmt und alle anderen nehmen es einfach so hin. Es wird einem als Leser erst nach und nach klar wie weit diese Beeinflussung eigentlich reicht. Besonders traurig fand ich, das alle alten Dinge, Lieder, Bilder, Gedichte, Geschichten, alles aus der Vergangenheit, vernichtet wird. Lediglich 100 Dinge von allem werden aufgehoben, auch diese ausgesucht von den Funktionären. Ich möchte in so einer Welt nicht leben. 

Cassia dagegen, findet dies alles völlig normal. Die Gesellschaft tut was am besten für die Menschen ist, punkt. Am Anfang hat mich das am meisten an ihr gestört, das sie alles als normal hinnimmt und keine Fragen stellt. Selbst als ihr Großvater mit 80 Jahren stirbt, dem vorgeschriebenem Alter um zu sterben. Ja, sogar der Tod wird bestimmt. Dieser Moment, noch ziemlich am Anfang des Buches, hat mir wirklich die Tränen in die Augen getrieben denn, man hat gemerkt das dieser alte Mann etwas Besonders ist. Das er nicht alles so hinnimmt wie es ist, das er Fragen stellt und nicht bereit ist sich nach der Gesellschaft zu richten. Was auch im Laufe des Buches immer deutlicher wird. In diesme Moment, als ihr Großvater stirbt und ihr etwas wichtiges hinterlässt, beginnt Cassia langsam und fast unmerklich sich zu wandeln. 

Doch nicht nur ihr Großvater ist an dieser Wandlung Schuld, auch wenn er der ausschlaggebende Punkt ist, sondern auch ihr Paarungsbanket und dem damit verbundenen Ereignis mit ihrem Microchip, der eigentlich die Daten ihres perfekten Partners enthalten soll, ihr jedoch statt Xanders Gesicht, das von Ky zeigt, einem weiteren Jungen aus der Nachbarschaft. Hier werden die Dinge ins Rollen gebracht. Ky ist von Anfang an ein sehr interessanter Charakter den es erst einmal zu durchschauen gibt. Er ist eine Aberration, fast die unterste Klasse der Gesellschaft und diesen nicht sehr viel Wert, auch wenn es nach Außen hin einen anderen Anschein macht. Cassia nimmt ihn zum ersten Mal richtig war und beginnt damit ihn kennen und auch lieben zu lernen. Xander tat mir an dieser Stelle doch ein wenig leid, denn er ist ein guter Kerl und hat sowas eigentlich nicht verdient. 

Wer hier viel Aktion erwartet wird enttäuscht sein, die Autorin konzentriert sich mehr auf das Gefühlsleben der Protoganisten und obwohl man die Gesellschaft wohl als "das Böse" bezeichnen könnte, gibt es sowas in diesem Buch doch nicht wirklich. Für viele wird das Buch dadurch sicher zu langweilig sein. Zwar ist Die Auswahl keine solche Achterbahn der Gefühle wie zum Beispiel Sternenschimmer, aber man wird doch hin und her gerissen und möchte Cassia manchmal einfach nur schütteln um sie wach zu bekommen. Es gibt eine Stelle an der Cassia Menschen nach ihren Leistungen sortieren soll und wo ich sie am liebsten geschüttelt und geschrien hätte 'Wach auf Mädchen, die manipulieren dich gerade aufs äußerste!'. Einerseits gehen ihr langsam die Augen auf und sie begreift was um sie herum geschrieht, andererseits ist sie für solche offensichtliche Dinge noch zu blind. 

Das sortieren, noch so eine Sache die für mich absolut keinen Sinn ergibt. Weshalb sortieren die Leute bitte ständig irgendwas? Um ihre Wahrnehmung zu schärfen? Von ihrer Leistung als Sortierer hängt ab was für eine Arbeitsstelle sie später bekommen, womit wir auch zu einem weiteren Punkt kommen. Die Leute arbeiten zwar, bekommen dafür aber keinesfalls ein Gehalt. Allgemein scheint es so als würde nichts etwas kosten, Geschäfte sind mir in der Stadt auch nie begegnet. Wozu auch, wenn die Leute alles von der Gesellschaft bekommen? Sie können ja noch nicht einmal selbst kochen und die Nahrung dient nur dazu die richtige Menge Kalorien zu sich zu nehmen. Da wird ihnen das Essen doch tatsächlich in Alubehältern durch eine Klappe ins Haus geschoben! Noch so etwas wo man sich mehr wie im Gefängniss vorkommt. Auch können die Menschen nicht mehr selbst schreiben, ja sie wissen nicht einmal mehr wie die Schreibgeräte früher hießen. Hier wird alles nur über den Computer gemacht. Die Leute werden klein gehalten, es wird dafür gesorgt das sie alleine gar nicht erst überleben können. 

Zudem frage ich mich, was ist außerhalb der Stadt? Außerhalb der äußersten Provinzen? Existiert überhaupt noch so etwas wie ein Land, ein Kontinent, eine Welt? Sieht es überall so aus? Großer Minuspunkt ist das man auch hier wieder nicht erfährt was in der Vergangenheit geschehen ist. In den meisten Büchern wird zumindest ansatzweise noch erklärt was passiert ist, Naturkatastrophen, Kriege etc. Doch hier wird darüber nicht das kleinste Wort verloren. Als hätte die Welt sich von heute auf morgen so extrem verändert. 

Die Beziehung von Cassia und Ky ist tragisch und doch unglaublich schön. Man erlebt hautnah mit wie die beiden sich immer näher kommen, wie sie sich schließlich ineinander verlieben und wie entschlossen sie sind, nichts zwischen ihre Liebe kommen zu lassen. Für sie zu kämpfen. Charaktertechnisch hat die Autorin wirklich ganze Leistung gebracht. Die Charaktere sind facettenreich, Einzigartig und alles andere als blass. Vor allem Cassias Familie ist mir doch sehr ans Herz gewachsen. 

Wie man sieht hat Die Auswahl mir sehr viel Stoff zum nachdenken gegeben und ich werde die Reihe mit Sicherheit weiter lesen um zu erfahren wie es weitergeht. Nicht nur mit Cassia und Ky und ihrer Liebe, sondern auch mit der Gesellschaft an sich, denn ein Krieg steht vor der Tür und ich hoffe das man davon endlich etwas mehr erfährt. 

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Fazit
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Es fällt mir schwer diesem Buch eine gerechte Wertung zu geben. Eigentlich hätte es die vollen fünf Punkte verdient, da man aber diesmal wieder nicht erfährt was passiert ist, sogar noch weniger als in anderen Büchern, gibt es einen Punkt Abzug da ich diese Dinge schon wichtig finde. 

4/5 Sternen

1 Kommentare:

Tanja hat gesagt…

wilkommen im club der fans :)
band war aber eher...-.-

und du liest göttlich verdammt, les ich auch grad, bin aber noch nicht besonders weit xD
das lesen momentan irgendwie sehr viele :)

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