15. Februar 2012

Blutbraut - Lynn Raven

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Lynn Raven
Blutbraut
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Informationen zum Buch:
Broschiert: 736 Seiten
Verlag: cbt
ISBN-10: 357016070X
Preis: 14,99€

Bonusmaterial:  
Szene 1: Das Tattoo
Szene 2: Jaspers Einzug auf Santa Reyada
Die Bannbulle
Spanisch Übersetzung
Personen und Orte

Kurzbeschreibung:
Magie macht ihn stark, Liebe verletzlich

Seit sie denken kann, ist Lucinda Moreira auf der Flucht vor Joaquín de Alvaro, denn sie ist eine „Blutbraut", und nur sie kann den mächtigen Magier davor bewahren, zum Nosferatu zu werden. Dazu aber müsste sie ihm ihr Blut geben und sich auf ewig an den Mann binden, der für sie die Verkörperung alles Bösen scheint.

Doch dann tritt genau das ein, wovor sie sich fürchtet: Gerade als Lucinda sich erstmals verliebt hat, und zwar in den charmanten Cris, wird sie entführt und auf das Anwesen Joaquíns gebracht. Lucinda ist in eine Falle gelaufen, denn Cris ist kein anderer als Joaquín de Alvaros Bruder, und auch er sucht eine Blutbraut …

Doch die beiden Brüder sind nicht die einzigen. Auch andere Mitglieder ihres Konsortiums begehren Lucindas Blut. Als Lucinda in die Gewalt eines von ihnen gerät und Joaquín sie unter Einsatz seines Lebens befreit, beginnt Lucinda sich zu fragen, welches die wahren Motive für sein Handeln sind …


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Eigene Meinung
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Erster Satz:  Die Kondome knisterten in meiner Gesäßtasche.

Lynn Raven gehört seit ihrer Dämonenreihe zu meinen Lieblingsautoren. Als ich dann gesehen habe das sie ein Buch mit fast 800 Seiten geschrieben hat, noch dazu mit diesem tollen Cover und der interessanten Kurzbeschreibung, stand fest das ich mir auch dieses Buch der Autorin kaufen würde. Leider stand es dann eine ganze Weile ungelesen in meinem Regal weil ich mich, dank der hohen Seitenzahl, nicht rangetraut habe. Schließlich brauche selbst ich für ein 800 Seiten Buch eine Weile. Da merkt man mal wieder wie sehr man sich täuschen kann. Blutbraut hat mich von Anfang an gefesselt und nicht mehr losgelassen, so das ich den 800 Seiten Schinken in Rekordzeit verschlungen habe. Der einfach zu lesende Schreibstil hat es mir auch nicht gerade schwer gemacht, ebenso wenig wie die ganzen spanischen Sätze und Wörter die immer wieder vor kommen.

Ich hätte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet das Lynn Raven noch so gute Ideen aufzubieten hat was das Vampir Thema angeht, aber hier hat sie sich mal wieder selbst übertroffen. Die Hexer des Hermandad werden jede Nacht zu Vampiren, die mächtigsten können sogar zu Nosferatu werden und damit zum schrecklichsten aller Monster. Lediglich eine Blutbraut kann dies mit ihrem Blut verhindern, doch nicht jede passt für den Hexer. Auf zehn Hexer kommt eine Blutbraut und ob diese dann auch für denjenigen passt ist reine Glückssache. Lucinda Moreira ist eine von ihnen, eine Blutbraut. Um genauer zu sein die Blutbraut von Joaquín de Alvaro, dem mächtigsten Hexer der die Hermandad jemals hervorgebracht hat. Doch sie ist alles andere als glücklich damit, seit vielen Jahren führt sie das Leben eines Flüchtlings, immer in der Angst das er sie irgendwann finden könnte. 

Womit wir auch schon zu einem Punkt kommen der mich das ganze Buch über gestört hat: Lucindas Angs. Ja, ihre panische Angst die regelrecht an Hysterie grenzt. Ich kann durchaus verstehen das sie verängstigt ist nachdem was María ihr über die Hexer erzählt hat und nachdem was in dieser einer verhängnissvollen Nacht passiert ist. Dennoch ist es ein bisschen zu viel des guten. Fasst einer der anderen sie an oder kommt Joaquín ihr auch nur ein wenig zu nahe, fängt sie gleich an zu zittern, kriegt keine Luft mehr oder fängt an wie wild zu kreischen und schreien. Nach einiger Zeit ging mir dieses Verhalten dann doch ein wenig auf die Nerven, auch wenn man merkt das sie im Laufe des Buches eine deutliche Wandlung durchmacht und ihre Angst langsam aber sicher in den Griff kriegt. Dennoch bringt allein der Gedanke daran das Joaquín seine Fänge in ihren Hals bohren könnte, sie dazu fliehen zu wollen. 

Dabei ist dieser von Anfang an wohl das was man eine gute Seele nennt. Er gibt ihr Zeit und Freiraum, beschützt sie, macht ihr liebend gerne Frühstück und kennt sie im Allgemeinen auswendig. Das wäre recht langweilig nach einiger Zeit, wenn da nicht noch seine dunkle Seite wäre die mehr und mehr von ihm in Besitz nimmt. Joaquín ist im Begriff eine Nosferatu zu werden und nur Lucindas Blut kann ihn davor bewahren. Diese jedoch weigert sich hartnäckig ihn auch nur ansatzweise in ihre Nähe kommen zu lassen und zudem muss das Blut einer Blutbraut freiwillig gegeben werden um zu wirken. Noch so eine Sache die ich nicht verstehe. Am Anfang war es noch nachvollziehbar, doch als die beiden sich langsam näher kamen und man als Leser deutlich spürte das Lucinda sich in Joaquín verliebte ohne es zu merken, da war ihr Verhalten ganz und gar nicht mehr nachvollziehbar. Der Mann vor dem sie zwar Angst hat, der ihr aber versprochen hat das ihr niemals etwas geschieht und der sich auch daran hält, ist dank ihrer Weigerung zum Tode verurteilt. Panische Angst hin oder her, es hier schließlich um ein Leben. Immer und immer wieder habe ich mich gefragt wie sie zulassen kann das Joaquín ihretwegen stirbt, nur weil sie die Vergangenheit, die voller Lügen war, nicht loslassen kann.

Ich hatte also manchmal so meine Differenzen mit Lucinda, das hat meinem Lesespaß aber keinen Dämpfer verpasst. Allerdings gab es noch ein paar Dinge die meines Erachtens nach nicht genug Aufmerksamkeit bekommen habe. Bis zum Schluss wurde z.B nicht erklärt was genau das Blut der Blutbräute so besonders für die Hexer macht. Zudem wurde zwar immer wieder erklärt wie mächtig Joaquín ist, was genau sie damit meinen ist mir nie klar geworden. Weil er so mächtige Kreise machen kann? Die Kräfte gut lenkt? Ich habe wirklich keine Ahnung. Die Autorin bringt ihn zwar sehr gut mächtig rüber, das wars dann aber schon. Da das Buch aus Lucindas Sicht geschrieben ist, und Joaquín sehr darauf bedacht ist sie zu schützen, kriegt man seine Kämpfe nie mit. 

Außer diesen beiden Punkten habe ich allerdings nicht zu bemängeln. Blutbraut ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite und viele der Charaktere sind mir ans Herz gewachsen. Die Beziehung zwischen Lucinda und Joaquín kommt nicht von heute und morgen, sondern sie wird langsam und mühsam aufgebaut und war mehr als einmal im Begriff wieder zusammenzustürzen. 

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Fazit
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Mit der Punkteverteilung ist es diesmal ein wenig schwierig, weswegen ich sie auch teilen werde. Für mich persönlich zählt der Lesespaß übrigens mehr als die Umsetzung, nur so am Rande.

Für den Lesespaß gibt es 5/5 Sternen

Da zwei der wichtigsten Dinge jedoch nicht genug erläutert und erklärt wurden, gibt es für die Umsetzung nur 3,5/5 Sternen

1 Kommentare:

Gwyneth hat gesagt…

Ui, wir lesen ja gerade zur selben Zeit das gleiche Buch :D Das es das auch mal gibt *g*

Ich hab jetzt hier wieder nur das Fazit gelesen, da ich das Buch die nächste Zeit ja auch endlich mal lesen will. Ich bin gespannt, was du bei den 3,5/5 Sternen meinst.. klingt aber wirklich blöde.

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