8. März 2013

In dieser ganz besonderen Nacht - Nicole C. Vosseler

Nicole C. Vosseler
In dieser ganz besonderen Nacht


Informationen zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
Verlag: cbj
ISBN-10: 357015534X
Preis: 18,99€
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Kurzbeschreibung:
Nach dem Tod ihrer Mutter muss Amber, die in einer deutschen Kleinstadt gelebt hat, nach San Francisco ziehen – zu ihrem Vater, den sie kaum kennt. Sie fühlt sich einsam und verlassen. Eines Abends begegnet sie dort in einem leer stehenden Haus Nathaniel, einem seltsam gekleideten Jungen. Er scheint der Einzige zu sein, der sie versteht. Aber er bleibt merkwürdig auf Distanz. Als Amber den Grund dafür erfährt, zieht es ihr den Boden unter den Füßen weg: Nathaniel stammt aus einer anderen Zeit und die beiden können niemals zusammenkommen. Doch in einer ganz besonderen Nacht versuchen die beiden das Unmögliche …

Eigene Meinung

Erster Satz: Wenn man stirbt, so heißt es, zieht das ganze Leben an einem vorbei. 

Ich dachte ja erst es würde sich hierbei um einen Zeitreiseroman handeln. Als ich dann merkte das es ein Geisterroman ist, war ich wirklich begeistert. Was einem gleich am Anfang auffällt, ist das die Autorin Emotionen wirklich sehr gut rüberbringt. Gegen Ende des Buches sind bei mir sogar Tränen geflossen und das passiert mir nur, wenn die Gefühle auch richtig bei mir ankommen. Was einem aber gleichzeitig auch auffällt, ist das Frau Vosseler einen sehr detaillierten Schreibstil hat. Selbst unwichtige Kleinigkeiten werden bis ins kleinste Detail wiedergegeben. Das vermittelt einem zwar ein sehr unfangreiches Bild von San Francisco, ist in den meisten Fällen aber wirklich zu viel des guten. 

Mich persönlich hat das teilweise leider sehr genervt und viele Beschreibungen habe ich nur überflogen weil es mich schlichtweg nicht interessiert hat und ich wissen wollte wie es mit der Geschichte weitergeht. Weniger Beschreibungen und dafür mehr Inhalt wären hier um einiges besser gewesen.

Amber hat erst vor kurzem ihre Mutter wegen eines Gehirntumors verloren. Ambers Vater Ted, ist Amerikaner und nimmt sie mit zu sich in die Staaten, nach San Francisco. Für Amber natürlich eine unglaubliche Umstellung. Als ob es nicht reichen würde das sie gerade erst ihre Mutter verloren hat, wird sie nun auch noch aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen und muss sich tausende Meilen in einem anderen Land, auf einem anderen Kontinent zurecht finden. 

Anfangs ist die neue Situation alles andere als leicht für sie. Ted hat sie in ihrer Kindheit nur selten gesehen nachdem die Eltern sich getrennt hatten. Er ist aufgrund seines Jobs viel durch die Welt gereist, wo runter natürlich die Beziehung zu seiner Tocher gelitten hat. Mir tat Ted am Anfang sehr leid. Er ist ein unglaublich sympathischer Charakter und gibt sich als Vater wirklich sehr viel Mühe, doch Amber sieht in ihm nur denjenigen der sie von Zuhause rausgerissen hat. 

Erst als Amber langsam Freunde findet und Nathaniel das erste Mal begegnet ist, scheint sie sich mit ihrem Leben in San Francisco anzufreunden und eine bessere Beziehung zu Ted aufzubauen. Matt, der vorher für sie nur ein Scheinalibi war um in die Franklin Street gehen zu können, wird durch ihre Gemeinsamkeit Geister sehen zu können ihr bester Freund. Durch ihn wiederrum lernt Amber Holly kennen und am Schluss hat sich eine kleine Clique gebildet. Eine die nicht unterschiedlicher sein könnte. Ob nun Shane, der beliebteste Schüler an der Schule und Sportnarr, oder Abby, das Goth Girl mit ihrer schlimmen Vergangenheit. Sie alle sind durch ihre Gabe Geister zu sehen miteinander verbunden und es war schön mit zu erleben wie sie zu guten Freunden zusammengewachsen sind. 

Nathaniel spielt natürlich auch eine sehr große Rolle dabei. Amber verbringt viel Zeit mit ihm nachdem sie über den Schock hinweg gekommen ist das er ein Geist ist und natürlich entwickelt sich zwischen den beiden eine Liebesgeschichte. Allerdings muss ich sagen, mir fehlte da irgendwie der Bezug. Es ging zu schnell, war für mich einfach nicht nachvollziehbar. Nathaniel erinnert sich an so gut wie nichts aus seinem Leben. Er weiß auch nicht weshalb er als Geisterwesen in dieser Welt blieb, anstatt auf die andere Seite zu wechseln. Ich hatte selbst am Ende nicht das Gefühl ihn zu kennen, weshalb mir wahrscheinlich auch die Liebesgeschichte so unrealistisch vorkam.

Den Großteil des Buches lang verbringt Amber damit zu sich selbst zu finden. Dinge zu akzeptieren, Freunde zu finden und sich an ihr neues Leben zu gewöhnen. Ich habe ihre Entwicklung wirklich gerne mit angesehen und ich mochte die Charaktere allesamt und habe deshalb gerne ihr Leben verfolgt, doch Spannung suchte man hier leider umsonst. Erst die letzten 150 Seiten wurde es wirklich spannend und auch sehr tragisch. Auf diesen letzten Seiten, sind mir immer wieder die Tränen gekommen, so hat mich die Geschichte gerührt und mitgenommen. 

Dennoch schaffte es die Autorin die Geschichte mit einem Glücks und Freudegefühl abzuschließen und die Trauer beiseite zu wischen. 

Fazit


In dieser ganz besonderen Nacht ist für mich ein tolles Buch. Dem ganzen mag ein wenig die Spannung fehlen und auch die vielen genauen Beschreibungen stören manchmal das Lesevergnügen, aber dafür bekommt man eine Geschichte mit liebenswerten, tollen Charakteren und eine Achterbahn der Gefühle. Die letzten 150 Seiten entschädigen einen für die wenigen Mängel die dieses Buch hat absolut. 

4/5 Sternen

1 Kommentare:

Fabella hat gesagt…

Ich hab das Buch vorhin auch beendet. Mir gefiel im Gegenteil dieser ausführliche Schreibstil sehr gut. Und auch wie bei Dir sind die Tränen geflossen ... mal wieder so ein richtiges *hach*-Buch :)

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